Taiwan, schweres Erdbeben 1999

Taiwan, schweres Erdbeben 1999

Am Dienstag den 21 September 1999 um 1:47 Ortszeit bebte die Erde in Taiwan in der Region um Taichung, Puli und in der Hauptstadt Taipeh mit einer Stärke von 7,6 auf der Richterskala. Hunderttausend Menschen wurden in wenigen Sekunden obdachlos ca. 4000 werden zum teil schwer verletzt und 2500 kamen bei den Erdstößen ums Leben. Landesweit wurden durch die Kraft der Naturgewalt ca. 30.000 Gebäude so weit zerstört, so dass sie unbewohnbar wurden. Als wir von den schrecklichen Ereignissen die sich in Taiwan ereignet haben durch das Fernsehen erfahren haben und den damit verbundenen Hilferuf der taiwanesischen Regierung, hat unser Team sofort Kontakt aufgenommen mit der "Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland" um dieser unsere Hilfe anzubieten. Nach der Rücksprache der Vertretung mit der Regierung in Taiwan wurde das Team am Freitag, den 24.September 1999 offiziell angefordert. Unter größter Eile wurde dann ein Team von 17 Bestattern, darunter zwei Frauen, zusammengestellt denn am Samstag sollte der Flug nach Taiwan starten. Da die Kollegen aus ganz Deutschland kommen haben wir uns in Paris getroffen und sind von dort, mit Zwischenlandung in Dubai, nach Taiwan geflogen. Reisezeit mit Aufenthalten 20 Stunden. Das Team nahm ca. 700 Kilogramm an Spezialausrüstung und Desinfektionsmitteln zu dem noch zusätzlich vorhandenen persönlichem Gepäck mit. In Taiwan angekommen (Sonntag morgen den 26. September 1999) wurden wir von den Herren Phillip Chen und Sheng - tay Shen, die uns bei dem gesamten Einsatz als Dolmetscher und Verbindungsmanager zur Seite standen, mit einem Bus und einem LKW für das Material abgeholt. Danach fuhren wir nach einer kurzen Vorstellung und der Klärung der Situation zu einer chemischen Fabrik, die nach den Angaben unseres Chemikers die Formalinhaltige Lösung gemischt hatte. Nach dem Aufladen ging es dann in den am stärksten betroffenen Bezirk Nantou, in dem auch die Stadt Taichung lag. Nach dem Eintreffen im Hotel und der Belegung der Zimmer fand eine kurze Besprechung statt wer die Lage in der Stadt sondieren sollte. Nachdem sich eine Gruppe gefunden hatte machte sich diese mit unseren Begleitern auf den Weg um unser Einsatzgebiet zu begutachten. Da die Zeit schon weit fortgeschritten war und es in der gesamten Stadt weder Strom ( bis auf eine aufgebaute Notbeleuchtung ) noch fließend Wasser gab, war die Begutachtung der Situation sehr schwierig. Eingestürzte Häuser lagen gespenstisch an noch stehenden angelehnt, riesige Schuttberge versperrten die Strassen und überall wurde fieberhaft von Rettungsteams nach Überlebenden gesucht.

An einer zentralen Stelle standen dann die Container mit den Verstorbenen. Nach dem öffnen mußten wir feststellen das die Verstorbenen tiefgekühlt in Bodybags gelagert wurden und eine Versorgung mit formalinhaltigen Mitteln nicht erforderlich war. Nach der Rückkehr im Hotel wurde die vorgefundene Lage mit dem Team besprochen und es wurde beschlossen am nächsten Morgen mit Desinfektionsmaßnahmen und Beratung der Rettungsmannschaften zu beginnen. In der Nacht hat die Stadt ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,8 auf der Richterskala erschüttert und uns aus dem Schlaf gerissen, von diesem Zeitpunkt an war an Schlaf nicht mehr zu denken. Am nächsten morgen ging es dann zu Einsatzgebiet um mit den Desinfektionsmaßnahmen zu beginnen. Diese Arbeit war schnell beendet und unsere Hilfe wurde dann in der Hauptstadt Taipeh im Gerichtsmedizinischem Institut benötigt.

Wir sollten die Gerichtsmediziner bei der Identifizierung der Opfer unterstützen da jede Familie die den Verlust eines Familienmitgliedes durch das Erdbeben beweisen konnte eine Unterstützung vom Statt von 30.000 Mark erhält. Diese Arbeit verrichteten wir dann bis zu unserer Rückreise am Mittwoch den 29.September 1999. In der Zwischenzeit haben wir noch einige Interviews der örtlichen Presse und dem Fernsehen gegeben da unser Einsatz mit sehr großem Interesse von der Bevölke- rung verfolgt wurde. Wir konnten in Taipeh einige Kontakte zu anderen Hilfsorganisationen knüpfen und Ihnen unsere Arbeit, die bis dorthin nicht bekannt war, erfolgreich näher bringen. Als wir von unseren Begleitern am Flughafen verabschiedet wurden haben sie uns mit Ehrungen der Regierung, der Feuerwehr und von verschiedenen Organisationen zurück nach Hause gelassen, aber der größte Lohn für die Helfer war die Dankbarkeit der Bevölkerung als das Team durch die Abflughalle ging wobei unsere geleistete Hilfe über Lautsprecher verkündet wurde und die an wesenden Menschen in der Halle spontan aufstanden um uns Beifall zu spenden.

An dieser Stelle möchten wir unseren Begleitern, der Regierung und den Rettungsteams ein großes Kompliment machen für die reibungslose und unkomplizierte Zusammenarbeit, es war alles bis ins Detail Organisiert worden was unter diesen Umständen bestimmt nicht einfach war.

Herzlichen Dank
Deathcare Embalmingteam I.G., Germany